Viele der heute noch bestehenden Schulstrukturen waren für das 19. Jahrhundert entwickelt worden, z.B. die 45 Minuten-Taktung, die Unterrichtung von Einzelfächern, Flure mit abgehenden Lernzellen sowie die Frontalausrichtung der Schüler zur Tafel. Das 21. Jahrhundert fordert von Schule aber ganz neue Fähigkeiten. Bei der Komplexität der Gegenwartsprobleme kann man Unterrichtsinhalte nicht mehr nur getrennt nach Fächern betrachten. Es muss eine Vernetzung der einzelnen Thematiken - angepasst an die Vernetzung unseres Gehirns - stattfinden, da vernetztes Denken nachhaltiger ist als das Denken in Kategorien.


Aus diesem Grund hat sich die Gemeinschaftsschule Freisen im Schuljahr 2014/2015 dazu entschieden, ein neues Schulfach einzuführen, das eben genau auf diese Problematik eingeht. Ziel des neuen Fachs VU ist es, Schule und Lebenswirklichkeit der Schüler miteinander zu verbinden, damit das Lernen im Zusammenhang gesehen wird und für die Kinder einen größeren Sinn macht.
Das Fach VU wird aktuell in den Klassenstufen 5-8 vier bis fünf Stunden in der Woche parallel in der jeweiligen Jahrgangsstufe von den Klassenlehrern unterrichtet. In den VU-Stunden kommt es zu einer breiten Fächerung und Vernetzung von Unterrichtsinhalten der verschiedenen Fächer, wobei ein handlungsorientierter Unterricht und das Lernen mit Kopf, Herz und Hand im Vordergrund stehen. Inhaltlich orientiert sich der VU an den Lehrplänen der Einzelfächer, aber auch an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler.


Durch den VU entsteht ein positiver Nebeneffekt. Da im Fach VU nicht fächer-, sondern themenspezifisch unterrichtet wird, bauen sich die Ängste der Schülerinnen und Schüler vor bestimmten Fächern nach und nach ab, da sie unbewusst an die Einzelfächer herangeführt werden. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass unsere Schülerinnen und Schüler weitaus mehr Förderung in den in VU versteckten Einzelfächern bekommen, als durch getrennten Fachunterricht, was die Leistungen wiederum stärkt.

Die Schülerinnen und Schüler beginnen meist ihre Arbeit zu den einzelnen VU-Themen mit einer Basismappe. Hier erhalten sie fächerübergreifende Informationen zum jeweiligen VU-Thema. Diese Mappe dient als Einstieg in die Thematik und enthält wichtige Informationen für alle. Ebenso soll die Basismappe das Interesse der Schülerinnen und Schüler am jeweiligen VU-Thema wecken.
Im Anschluss bestehen verschiedene Möglichkeiten der Weiterarbeit:

  • a) Workshop-Phasen (handlungsorientiertes Arbeiten)
  • b) Portfolioarbeit (wissenschaftliches Arbeiten)
  • c) Orientierung an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler


Am Ende jedes VU-Themas findet eine große Abschlusspräsentation morgens vor der Klasse und abends vor interessierten Eltern und Kollegen in unserer Aula statt. Alle Schülerinnen und Schüler lernen dabei, frei und sicher vor anderen aufzutreten und zu reden. Die Eltern erfahren, was im VU geleistet wurde. Durch das Interesse von außen werden die Schülerleistungen aufgewertet, wodurch den Schülern ihr eigenes Lernen als sinnvoll erscheint.

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